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Die Wikinger waren kein Volk, kein Stamm und gehörten keiner besonderen Rasse an wie beispielsweise die Indianer in Amerika.
Sie waren - ganz einfach - die Vorfahren der heutigen Skandinavier, die in der Wikingerzeit von 800 - 1100 n. Chr. in den Küstenregionen
Dänemarks, Schwedens und Norwegens lebten. Das Wort “vikingr” kommt aus dem Nordischen und heisst wahrscheinlich soviel wie “Seekrieger” oder
auch “Heerfart zur See”. Wikinger nannte man in Skandinavien die Männer, die von ihrer Heimat aus mit ihren Schiffen zu Beutezügen, Ruhm und
Abenteuer aufbrachen und dann wieder zu ihren Wohnsitzen zurückkehrten. Die rauhen Männer aus dem Norden wurden von ihren Opfern, Gegnern oder
Geschäftspartnern in Europa mit unterschiedlichen Namen bezeichnet. Die Franken nannten sie “Normanni” ( “Männer aus dem Norden” ).
Bei den Angelsachsen in England hiessen sie “Dani” und “Wicingas”. Die im späteren Russland wohnenden Slawen nannten die schwedischen Wikinger “Rus”
oder “Waräger”, was altschwedisch “Rudergemeinschaft” heisst. Bei den Arabern hiessen sie “Madjus” - auf arabisch: “Heidnische Teufel”.
Das Zeitalter der Wikinger war keine schöne, friedfertige, sondern eine kriegerische, aber auch spannende Epoche in der europäischen Ge schichte. Es war vor allem eine Zeit grosser, oftmals unglaublich abenteuerlicher Seereisen hervorragender und kühner skandina-
vischer Seeleute, die mit ihren offenen aber seetüchtigen Schiffen alle erreichbaren Gewässer der nördlichen Halbkugel befuhren. Raubwikinger schlossen sich anfangs in kleineren, dann in grösseren,
schliesslich in riessigen Wikingerverbänden zusammen und überfielen und plünderten Kirchen und Klöster sowie reiche Handelsplätze in Westeuropa.
Städte wie Hamburg, Köln, Trier, Mainz, London, Paris, Cadiz in Spanien und sogar Pisa in Italien wurden angegriffen und gebrandschatzt.
Gegen Ende der Wikingerzeit eroberten wikingische Normannen Süditalien und Sizilien und schufen dort ein Reich. Zur gleichen Zeit gründeten wikingische Auswanderer
neue Siedlungen in Irland, Russland, Frankreich, England, auf Island und den nordatlantischen Inseln. Um 1000 n. Chr. gelangten skandinavische Entdecker - 500 Jahre vor Kolumbus - von Grönland
aus zu dem bis dahin unbekannten Amerika und versuchten sich dort anzusiedeln. Erst als die Skandinavier Christen wurden, ging um 1100 n. Chr. die Wikingerzeit zu Ende.
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